Montag, 29. Oktober 2007

04. August 2007

Nach einer sehr, sehr kurzen Nacht (um Acht Uhr morgens klingelte der Wecker, so früh steh ich ja sonst normal nicht auf) war er dann da, der große Tag. Für die, die es noch nicht wissen: es war Woifes und Alegs kirchliche Trauung, und mir wurde die Ehre zu teil, der Zeremonie als Trauzeuge beizuwohnen. Da ich immer noch nicht ganz fertig war mit meinen winzigen Details kam Hilde die Aufgabe zu, unser Auto zu packen. Ich zischte ihr meine Packliste zu während ich mein Zeug weitermachte, und musste so gerade noch ins Auto hüpfen, eigentlich gar nicht mal so viel zu spät. Erleichtert machten wir uns auf den Weg nach Mitterfels, als ich meinen Blick so an mir runter schweifen lies. Einen guten Trauzeugen gab ich da ab – T-Shirt, Shorts, Klapperl ohne Socken – Socken! Sch… Im selben Moment ging auch noch das Benzinlamperl vom Auto an, so dass es nahe lag umzukehren, Socken abzuholen und mit einem anderen Auto weiterzufahren. Mein Vater kam auch gleich raus gerannt um, beim Umladen behilflich zu sein, (ich glaube, daheim hatte man unser Zurückkommen insgeheim schon erwartet…)und Hilde stürzte rein, Socken holen, so dass es kurz darauf fast ohne weitere Verspätung weiter ging. Wie es der Teufel wollte ging ungefähr an gleicher Stelle wie vorher wieder das Benzinlamperl an, und da langsam fahren nicht wirklich eine Option war hieß es Strom sparen durch auslassen von Radio und Klimaanlage, was sich in entsprechender Transpiration meinerseits niederschlug. Aber kein Problem, ich dafür hatte ich mich ja noch nicht umgezogen. Zum Glück war Hilde damit beschäftigt sich im Auto umzuziehen, so dass sie das eine oder andere waghalsige Manöver nicht mitbekam. Ihre zweite Hochzeit mit mir in Deutschland, und das zweite Mal, dass sie sich im Auto umziehen musste… Wir schafften es ca. 20 Minuten vor Trauungsbeginn zur Kirche was natürlich angesichts meines Amtes gänzlich inakzeptabel war, aber immerhin, wir waren halbwegs pünktlich da. Ich stieg aus, geh an den Kofferraum, an die Rückbank und da kam der Schock. Der Anzug war nicht dabei!! Ich hatte die komplette Rückbank von Hildes Auto nicht umgepackt. Bömmel und Kalle waren die ersten, die in der Nähe standen und meine verzweifelten Blicke abbekamen. Kalle bot sich sogar an, mir seinen Anzug zu leihen, aber ich schlug aus. Also Mutter anrufen, die, einem Herzinfarkt nahe, sich sofort aufmachte meinen Anzug zu bringen, aber pünktlich sein konnte sie da nicht mehr. Meiner Hochrechnung zufolge wurden aber auch bei dieser Fahrt einige Verkehrsregeln großzügig ausgelegt, und es muss erwähnt werden, dass auch bei diesem Auto die Benzinuhr auf Anschlag stand. Unterer Anschlag versteht sich… In der Zwischenzeit kam mein Gang nach Canossa, ich musste dem Brautpaar mein Missgeschick beichten. Aber die Reaktion überraschte mich. Neben dem „des schaffst aa bloß Du“ erntete ich nämlich nur Lachen und dem Brautpaar zufolge half dieses kleine Missgeschick (cool, kursiv geht ja jetzt auch hier...) ganz gut gegen die Nervosität… Danke für diese Nachsicht! Wenigstens war niemand geistesgegenwärtig genug von diesem denkwürdigen Moment ein Foto zu machen. Hoffe ich zumindest...


Schließlich ging die Trauung ohne mich los, und ich tigerte die Strasse auf und ab in sehnsüchtiger Erwartung meines Anzugs, der dann auch kurz darauf eintraf. Ich schaffte es mit 10 Minuten Verspätung in die Kirche, der Gang in die Kirche gehörte zu den peinlichsten Momenten meines bisherigen Lebens und ich hatte bereits Suivs Lesung verpasst. Immerhin war ich jedoch zu meinen offiziellen Aufgaben zur Stelle, und vor allem ordentlich angezogen. Der Pfarrer hatte die Idee, dass sich das Brautpaar doch mal zur den Gästen umdrehen solle um zu sehen, wer alles ihnen zu Ehren gekommen war, ich machte von dieser Möglichkeit jedoch nicht Gebrauch. Ich war froh, wenn mich keiner sah…Die Zeremonie war sehr schön, vor allem Dank des sehr jungen und netten Pfarrers und des Chores. Machte schon was her, besonders beim letzen Stück, als der Chor die zweite Stimme über die Gemeinde drüber sang.


Nach der Trauung ging es zum Fischer Veri zu Kaffee und Kuchen, ich hatte aber noch zuviel Adrenalin in den Adern um ruhig zu halten, ein Zustand, der sich noch längere Zeit nicht ändern sollte. Die Tanzfläche wurde eröffnet, und ich muss sagen, einen geschmackvolleren ersten Tanz hab ich selten erlebt. Nothing Else Matters von Metallica – ganz stark… Die Brautentführung folgte und war stimmungsmäßig eindeutig der Höhepunkt. Dank der Band ging es ordentlich ab, Hans wurde mit schmutzigem Brunnenwasser abgespritzt (was nicht sehr nett war von der Band und Woifes außerordentlich schlechte Treffsicherheit und Beweis stellte), Woife überraschte uns mit außergewöhnlich guten Gesangsfähigkeiten bei der Solodarbietung von „Dich gibt’s nur einmal für mich“ (den Ohrwurm hab ich immer noch im Kopf – danke…), eine Aufgabe, bei der ich definitiv die Veranstaltung verlassen hätte in gleicher Situation, aber umgehend! Die Sonne schien, es gab süffigen Wein, ein Hit jagte den nächsten, man konnte feiern, tanzen, die Aussicht genießen, sich beim Striptease zur S** machen oder auf der Terrasse relaxen. Alle, die auch schon auf Höchis Hochzeit waren hatten genug Weitsicht sich zu fraglicher Stripteasezeit nicht in der Nähe der Band aufzuhalten, so dass wir dem Strip entkamen. Lediglich Bömmel hätte es fast wieder erwischt, aber insgeheim glaube ich, er hat es eh darauf angelegt. Es war aber auch gut, dass andere als das letzte Mal ausgewählt wurden, weil die Performance diesmal wesentlich besser war, als bei uns.


Kurz bevor die Stimmung überkochte ging es wieder zurück ins Gasthaus und damit zum Abendessen während die ersten Gäste bereits Spuren von der intensiven Feier bei der Brautentführung zeigten… Der Rest ist schnell erzählt – es gab lecker Essen, es wurden ein paar Spielchen gemacht, die seltsamerweise alle mit Luftballons zu tun hatten (der Anblick vom Woife auf Hüpfball mit Mütze und Vollkörperschutzanzug hat sich irgendwie unweigerlich in mein Gedächtnis eingegraben…), ohne, dass dies geplant gewesen wäre, und die Band machte einen spitzen Job. Ich musste die Armen mit ein paar Umdisponierungen nerven, aber sie machten alles mit und waren sehr flexibel. Mein Adrenalinspiegel bekam noch mal einen kleinen Peak als Suiv und ich unsere Präsentation zeigten, aber dann war auch das geschafft. Nicht frei von Eitelkeit hoffe ich, dass das Video davon was geworden ist...


Besonders hat mich mal wieder Hans beeindruckt. Glücklicherweise nahm er sich oft Hilde an, während ich wieder irgendwas anderes machte, und führte bestens Konversation mit ihr, tanzte vortrefflich und war einfach ganz und gar der Weltmann. Wenn er sich jetzt noch einen Wodka Martini, geschüttelt, nicht gerührt bestellt hätte, wäre ich nicht erstaunt gewesen. Ich vergnügte mich währenddessen mit ein paar anderen im Keller bei einer Heliumparty, als wir - wieder mal – Luftballons aufbliesen. Das anschließende Steigenlassen selbiger sollte dann auch den Schlusspunkt unter eine außerordentlich gelungene Hochzeit setzen, die mir nicht nur aufgrund des missglückten Auftakts besonders in Erinnerung bleiben wird. Nachdem sich das Brautpaar in seine Gemächer zurückgezogen hatte feierte der harte Kern noch etwas weiter, wir wurden erst auf zwei, dann auf einen Tisch zusammengetrieben, bis wir schließlich ganz rausmussten, aber noch dank meines Charmes einen Kasten Bier mitnehmen durften, den wir uns im Burgpark vornahmen. War irgendwie lustig, mit den gleichen Hanswurschten wie früher (bzw. wie immer) zusammenzusitzen, mitten in der Nacht, nur alle im Anzug – hatte was. Hilde ging schon etwas früher nach Haus da ihr kalt war, aber ich traf sie sogar noch wach an, als ich dann auch endlich fertig war mit feiern.

Respekt an das Brautpaar. Es war sicherlich ein extrem anstrengender Tag, und trotzdem hat es schön brav bei jedem Spielchen mitgemacht und die Gäste glänzend unterhalten. Ich hoffe, der Kelch des Heiratens geht noch eine Zeit an mir vorüber, aber ich bin eh noch viel zu jung dafür, und außerdem sind da eh erstmal andere an der Reihe!!!

02. August 2007

Ja, am nächsten Tag ging es weiter. Wir waren eigentlich recht früh dran, vertrödelten dann aber doch etwas Zeit als wir noch etwas im alten Westen Berlins rumkurvten. Auslöser war, dass wir von der Stadtautobahn ein Hochhaus sahen, das mir bekannt erschien, und ich schnell mal der Hilde zeigen konnte, wo ich meine Kindheit verbrachte. Ich war von mir selber erstaunt, dass ich noch so gut navigieren konnte dort nach 21 Jahren seit wir dort weg sind. Zumindest, wenn man nicht in Betracht zieht, dass das Hochhaus das komplett falsche war, und ich die dessen Umgebung die ganze Zeit erzählte, mir würde das alles so bekannt vorkommen…
Schließlich kamen wir aber in meinen Bezirk und sahen einige schöne Eckchen von früher, unsere Wohnung, den Schrebergarten, und sogar das Spielzeuggeschäft von früher existierte noch. Ich war gerührt…


Weiter ging es dann jedoch nach Bayern und ich wollte dort möglichst schnell ankommen. Wir hatten aber eine ruhige Fahrt, und ich auf dem letzten Teil einen Heidenspaß. Ich überließ Hilde das Steuer, und allein bei dem Gedanken in Deutschland auf einer Autobahn zu fahren rutschte ihr das Herz in die Hose. Nach anfänglichen 100 und Schweißausbrüchen fuhr sie jedoch absolut souverän und mit immerhin 155 km/h. Wir machten noch kurz beim zukünftigen Brautpaar Halt in Regensburg um dort Hallo zu sagen bevor es schließlich nach Höhenberg weiterging.
Dort erwartete uns nicht einmal das Chaos wie ich mir das vorgestellt hatte. Meine Eltern standen mitten im Umzug und ich dachte, ich müsste erstmal Kartons verrücken um überhaupt ins Haus zu kommen, dem war aber nicht so. Wir konnten uns einen schönen ruhigen Abend machen und uns ein bisschen von der Reise erholen. Sehr schön das!


Am Freitag verbrachten wir den Tag uns ein bisschen am Umzug zu beteiligen, was für mich hauptsächlich darin bestand meine Sachen zu sichten und grob zu sortieren. Ich hatte vor, mich von einem Großteil entweder mittels Müll, Flohmarkt oder ebay zu trennen. Außerdem mussten wir noch in die Stadt (wie war das schön, am halbaufgebauten Volksfest vorbeizufahren – es fing sofort zu kribbeln an), um noch ein paar Besorgungen für die Hochzeit zu tätigen. Abends fuhren wir in die Stadt, ein konspiratives Treffen bezüglich der tags drauf folgenden Hochzeit war einberufen worden. War recht lustig schon mal die ersten und vor allem zahlreich erschienenen Leute zu treffen. Wir arbeiteten noch unsere Ideen aus und gingen danach noch auf eine Halbe ins neue Cairo, direkt in der Nachbarschaft unseres Treffpunkts beim Höchi in der schönen Lindenstrasse. Ich musste mich leider mit Laptop in den Biergarten setzen, weil es noch ein paar Details (nennen wir es mal so) zu tun gab für den nächsten Tag. Später trafen Hilde und ich uns noch mit meiner Amtskollegin, Suiv, der Trauzeugin, und wir tauschten letzte Geheimnisse aus bevor es wieder heim ging. Mein Tag war noch lange nicht zu Ende, da ich immer noch nicht ganz mit oben genannten Details fertig war. Ich bin auf den Tag gespannt, an dem es mir mal gelingt etwas rechtzeitig – also eine Woche vorher oder so – fertig zu haben… Vermutlich mein letzter Tag…

01. August 2007

Also, im alten Gästebuch haben wir auf der Fähre zwischen Trelleborg und Rostock aufgehört, und genau da schreiben wir jetzt weiter, es ist der 1. August, ca. 21 Uhr und wir befinden uns in Rostock. Genau (ein herrliches Deutsches Überleitungswort, gehört auch zu Hildes Vokabular). Von der Anlegestelle ging es nun weiter. Wir mussten noch ein kleines Stückchen Ostdeutschland zurücklegen, genauer gesagt von Rostock nach Berlin. Sehr zu Hildes Missfallen probierte ich erstmal aus, wie schnell Hildes Auto eigentlich geht. Sie bekam ein Magengeschwür vor Angst und ich war angesichts der doch etwas überschaubaren Geschwindigkeit etwas enttäuscht. Das darf Hilde natürlich wieder nicht lesen, dass ich so etwas über ihr Baby, den anthrazitfarbenen Golf IV schreibe, der schönste von allen natürlich. Kurze Zeit später kamen wir nach Berlin und das wurde auch Zeit, da es sich elf Uhr abends näherte und wir seit 16 Stunden unterwegs waren. Ich hatte mich zum Glück von Hilde überreden lassen und ein paar Karten zusätzlich zu unserer Wegbeschreibung aus dem Internet ausgedruckt. Und die waren auch nötig, weil wir uns prompt verfuhren, aber Dank der Karten schnell wieder zu Recht fanden.

Nach einer ziemlich nervigen und halbstündigen Parkplatzsuche kamen wir endlich an unserem Ziel an und wurden herzlichst von Eva und Steff im schönen Friedrichshain begrüßt. War zwar nur ein ganz kurzes und spätes Treffen, aber es war super! Hilde probierte ein paar Jeans an, die ihr Eva netterweise besorgt hatte, und ich trank ein paar Bier zum entspannen. War sehr nett und ein Trauerspiel, dass wir erst so spät angekommen waren. Später zog ich noch mal schnell los einen Döner und eine Falafel zu kaufen, natürlich zu Berliner Spottpreisen, Steff verabschiedete sich leider schon und wir gingen auch bald ins Bett. Schließlich stand am nächsten Tag ja noch ein Stück zu fahren auf dem Programm. Trotzdem war dieser Besuch in seiner Art einfach super und ein perfekter Einstieg in unseren Urlaub. Ich wünschte, wir würden uns öfter sehen, gerne auch in Berlin.

Dienstag, 9. Oktober 2007

So, da bin ich mal wieder! Von einer völlig neuen Plattform! Zunächst einmal geht mein Dank mal wieder an den freundlichen Schaffer dieser Seite, Woife, der mal wieder im Handumdrehen eine Alternative zum alten Gästebuch gefunden hat, und umgehend eingerichtet hat. Einfach super! Das alte Gästebuch ist übrigens komplett gesichert für den Fall, dass der alte Anbieter sein Angebot mal ganz aus dem Netz nimmt, was bestimmt mal geschehen wird...

Zum anderen nutze ich die Gelegenheit der offiziellen Eröffnung des neuen 'Blogs' einer meiner treuesten Leserinnen (wenn es mal was zum lesen gibt...) zum Geburtstag zu gratulieren! Alles, alles Gute zum Geburtstag Aleg! Das letzte Mal als ich hier schreiben wollte, wollte ich Dir (und natürlich auch dem Höchi) einen guten Start in die Schule wünschen, aber das ist ja nun auch schon eine Zeit her. Ich hoffe, Du hattest einen guten Start, und besonders einen schönen Tag heute. Natürlich auch alles Gute von der Hilde - Feier schön!

Ja, und nun gilt es Selbstkritik zu üben. Ich habe seit ca. 2 Monaten nicht mehr geschrieben. Warum? Stress. Wird es besser werden? Nein. Die letzten Wochen hatten es in sich, und ich hatte ziemlich viel zu tun. Die freien Stunden waren dünn gesät und dienten hauptsächlich der Erholung. Es steht aber ein Konzept, die vergangenen Wochen aufzubereiten, es waren nämlich durchaus ein paar erzählenswerte Ereignisse dabei. Also die Geduld nicht verlieren, auch wenn es noch ein bißchen dauern wird. Hauptauslöser für mein Beschäftigtsein ist die morgen abend beginnende Reise in die USA (wieder California, tralala... bin grad am packen, was mir meine ganze Phantasie abverlangt - wie soll man sich 26 Grad vorstellen bei 10cm Schnee vor der Haustür?!?) , wo ich auf ein Anwendertreffen meines Instruments gehe, und auch vortragen werde. Dies vorzubereiten hat die letzten Wochen aufgefressen, sowie auch einige andere Beschäftigungen, von denen ich dann wohl erzählen werde. Diese neue Plattform bietet ja eine ganze Vielzahl von netten Spielereien, mal sehen, was ich davon ausnutzen werde.
Auf bald also, Euer Hupfi!